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marianne lang konstruiert mittels zeichnung, fotografie und installation innenraumsituationen, welche die wahrnehmungsgewohnheiten des betrachters gezielt hinterfragen. antagonismen zwischen authentizität und (buchstäblicher) oberflächlichkeit werden akribisch inszeniert und stellen den realitätsbegriff und spekulative Imagination ins zentrum ihrer künstlerischen überlegungen.
in der ausstellung zu sehen sind dynamische raumkonzepte in form eines architekturmodells mit diaprojektion, großformatige zeichnung, die sich mit raumkonglomeraten befasst, und eine
work-in-progress-installation, die das wachstum von zimmerpflanzen plastisch und zeichnerisch protokolliert.

marianne lang
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mein zimmer im raum / zeichnung / papier modell / dia show / modell / 2010 / part 1

 

 

 

 

mein zimmer im raum / zeichung / papier pflanzet / dia show / 2010 / part 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

die arbeit roomie zeigt einen größeren block gerahmter zeichnungen. darauf abgebildet ist eine vielzahl an blumentöpfen, aus denen die unterschiedlichsten zimmerpflanzen wachsen. akribisch genau werden mit tusche und bleistift oberflächen, formen und strukturen ausgeführt und bilden im sinne eines klassischen portraits eine serie von sensiblen momentaufnahmen. vor diesem artenreichen sammelsurium als zweidimensionalen hintergrund ranken sich die äste und blätter einer pflanze plastisch in den ausstellungsraum. doch das von der decke hängende gewächs ist keinesfalls echt, sondern besteht auskarton und braunem krepppapier. skurrilerweise wird einem regelmäßigen besucher der ausstellung auffallen, dass die pflanze im laufe der zeit kontinuierlich wächst. dieses work-in-progress-element der arbeit steht im kontrast zur statischen zeichnung und hinterfragt authentizität und stellenwert der grünen mitbewohner. hegt und pflegt man die natürliche oase im eigenheim unter geschützten, künstlichen bedingungen, um das wunder des lebens, dessen blüte und wachstum staunend erleben zu dürfen? oder mutiert die zimmerpflanze (so wie dies in vielen büros und kaufhäusern der fall ist) zum seelenlos gezüchteten inventar bzw. zu einem dekor gewordenen, stimmung erzeugenden ding, welches vor nackten, kalten wänden schützen soll? die problematik vollzieht sich zwischen individueller betrachtung und empfindung. letztendlich stellt die arbeit von marianne lang dem ausstellungsbesucher die berechtigte frage: wie leblos ist uns das lebendige, und wie lebendig das leblose?

 

 

 

 

 

roomie / zeichnungen / 21x29,7cm / 80 stück / 2009-10

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

mein zimmer im raum / wandtapete / papie pflanze / dia show / 2010 / part 2

 

 

 

 

 

 

 

 

1:1 modell / partition and pitched roof area / paper, tape / 2010

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

in ihrer arbeit memorabilien I entnimmt marianne lang proben vom verputz ihrer eigenen vier wände. dabei schneitet sie meist mehrere farbschichten dicke fragmente in form von dekorelementen aus. die floralen muster erinnern an gängige bis altmodische tapeten-ornamente, vollziehen jedoch eine wandlung, sobald sie sich im kunstraum wiederfinden. die gezeigten wandfolien stellen eine momentaufnahme der regelmäßigen übertünchung dar, gleichzeitig aber auch ein erinnerungsstück zwischen nostalgie und kitsch. aus dem heimischen bereich extrahiert gewinnt im schaukasten die fläche an körper und struktur. die blumigen motive als künstliche naturreferenze bleiben singulär isoliert als schmuckstücke einer sammlung von privaten ortsbezügen und erinnerungen.