marianne lang
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on the brick / tiefdruck / 2012

mit ihrer arbeit on the brick beweist die kunstschaffende einmal mehr, dass sie nicht nur technisch versiert wie vielfältig ist, sondern auch einen besonders sensiblen zugang zu den materialien verfolgt, mit denen sie ihre kunstwerke umsetzt. auf einer nachgebauten europalette aus pappe liegt ein stapel büttenpapier. auf den blättern ist im tiefdruckverfahren hergestellt bzw. vervielfältigt das motiv eines ziegelsteins zu sehen. fast könnte man meinen, marianne lang zitiere hier einen kunstgriff aus der kunstgeschichte, wenn sie à la magritte („ceci n´est pas une pipe.“) ihr verwirrspiel mit dem allzu offensichtlichen treibt. die junge künstlerin geht aber einen schritt weiter. mit ihrer arbeit greift sie an das potenzial der dinge und erschafft abstrakte und doch zutiefst narrative assoziationsketten. zu sehen bekommt der betrachter zeichnerisch fein modellierte objekte, die doch etwas grobes darstellen. schwere steine, die gedacht sind, im verbund schutz und wärmedämmung zu bieten. materialien mit denen man wände hochziehen und sich ein zuhause schaffen kann. letztendlich bleibt das zum greifen naheliegende der fläche verhaftet, bleibt wunschdenken und theorie.
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the fence / zeichnung / 500x150cm / work in progress /2012-13
the fence ist eine zeichnerische wandinstallation, die abgrenzung, eingrenzung und inbesitznahme thematisiert. motiv ist ein gatter bestehend aus holzlatten, eine simple einfriedung, welche für gewöhnlich die sicherung eines gundstücks meint, gegen unbefugtes betreten. auch wenn gartenzäune symbolisch für kleinbürgerliche spießigkeit stehen oder für kleinkariertes besitzdenken, so können sie auch gefühle der gemütlichkeit und der häuslichen harmonie vermitteln. und sie helfen dabei, besitzverhältnisse zu klären.
im ausstellungsraum ist auf einer langen, großformatigen papierbahn ein lebensgroßer zaun abgebildet. die zeichnung wandert die wände entlang, wobei beide enden noch eingerollt sind und weder einen anfang, noch einen abschluss verheißen. marianne lang zeichnet den zaun immer weiter. sie produziert und verlängert ihn als on-going project und vergrößert somit sukzessiv ihr territorium bzw. die fläche, die sie damit zu umspannen imstande ist. die arbeit ist als platzhalter zu verstehen, eines schleichenden sich-ausbreitens mittels demonstrativen besitzanspruchs. ironischerweise existiert der zaun ja nur auf dem papier. auch ist als ausstellungsexponat sein standort streng genommen flexibel bzw. austauschbar. der zaun per se erzeugt lediglich die assoziation der erfolgreichen okkupation, er verfügt über keine tatsächliche legitimation. und dennoch gelingt es ihm, den betrachter buchstäblich in eine illusion, in ein konstruiertes gedankenexperiment einzupferchen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

fence