marianne lang
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kwh4,0 / zeichnung / bleistift / je 40x30cm / 2012

die serie kwh4,0 zeigt einen block von zeichnungen, auf denen gewöhnliche holzscheite abgebildet sind. die künstlerin schafft in dieser arbeit eine referenz zum ältesten brennstoff der menschheit, einem naturprodukt und nachwachsenden rohstoff. der lange weg von der beschwerlichen holzarbeit im wald über die verarbeitung und trocknungsphase bis hin zur heimeligen feuerstelle, die bis vor einigen jahrzehnten noch als zentrum des sozialen geschehens eines hauses betrachtet und erlebt wurde - ein rustikales gefühl der geborgenheit und der zugehörigkeit wird hier beschrieben, welches zutiefst verwurzelt ist in der menschlichen natur.
heute ersetzen in modernen haushalten automatische zentralheizungen, e- oder induktionsherde sowie fossile brennstoffe das urige konzept des holzofens.
marianne langs intention, das wärme spendende objekt als zeichnung abzubilden, spiegelt die diskrepanz wider zwischen einfachem grundbedürfnis und künstlich erzeugtem ambiente, sowie ökonomischen funktionsweisen, mechanismen und verkettungen. die sensibel umgesetzte serie von momentaufnahmen der holzstücke dokumentiert den ist-zustand des dargestellten brennholzes, initiiert aber gleichzeitig ein gedanken- und gefühlsspiel, bei dem jedes einzelne motiv eine doppelrolle übernimmt: einerseits als künstlerisches unikat, und andererseits als altbewährtes verbrauchsgut, das seine bestimmung zu erfüllen hat. der titel der serie bezieht sich auf den heizwert, der in den dargestellten holzscheiten als potenzielle wärme-energie gespeichert ist und nüchtern daran erinnert, welcher stellenwert dem rohstoff innewohnt.

exhibition view: galerie bäckerstrasse 4, plattform für junge kunst / wien / 2012

marianne lang feuerstellen
feuerstellen / zeichnung / bleistift / je 70x100cm / 2012
in der serie feuerstellen sind kleinere stöße aus anzünd- und brennholz dargestellt, die gerade in flammen auf gehen. die zeichnungen muten beinahe abstrakt an und bilden ein chaotisches durcheinander verschiedener stadien des verfalls und der zersetzung. am rand noch kaum angeschwärzt bis hin zu völlig verkohlten stellen, die gänzlich die stabilität und lebendige widerstandskraft eingebüßt haben, wie man sie vom rohstoff holz gewohnt ist. flammenzungen tanzen um die beute, die sie nährt und brennende kohle irritiert in einem vexierspiel, bei dem die glut zwischen heller erleuchtung und dem versinken in rußiger schwärze hin und her springt. marianne lang geht bei dieser arbeit von fotomaterial als vorlage aus und hält den prozess der zerstörung in einem einzigen moment fest. nichtsdestotrotz ist in der zeichnung der gesamte ablauf gespeichert bzw. dokumentiert – vom anfang bis zum ende.
feuerstellen