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marianne lang
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haus im grünen / zeichnung / bleistift, aquarell / 60x50cm / 2014-15

haus im grünen ist eine serie, die in verschiedenen motiven den fassadenbewuchs durch efeu zeigt. konkret dargestellt ist der moment, wenn die überwuchernde pflanzengesellschaft einen scheinbar stabilen endzustand erreicht, sobald sie das jeweilige gebäude völlig erklommen bzw. umschlossen hat.
düstere assoziationen werden wach, die an verwunschenen märchenschlösser oder die im dschungel versunkenen paläste südostasiens erinnern und von erloschenen zivilisationen erzählen. überraschender weise fokussiert marianne lang in dieser arbeit den blick einzig und allein auf den bewuchs und verzichtet gänzlich auf die ausführung architektonischer elemente, die unter der blätterwand durchscheinen müssten. sie lässt das bauwerk buchstäblich darunter verschwinden. durch diese subtraktion bleibt eine formgebende struktur erhalten, die das äußere erscheinungsbild der konstruktion konserviert und das unsichtbare darunter erahnen lässt.
doch die gezeigten umrisse sprechen nicht von altertümlichen, sagenumwobenen gemäuern sondern von zeitgemäßer architektur, wie sie uns hier und heute an jeder ecke begegnet - vom einfamilienhaus bis zum wolkenkratzer. inhaltlich provoziert das konterfei einer zugewucherten gegenwart dystopisch-apokalyptische spekulationen und verleiht der arbeit eine drastische, narrative komponente.
formales hauptaugenmerk gilt aber der art und weise, wie die häuser von einer ungerührten vegetation vereinnahmt werden. der phantasie des betrachters bleibt es überlassen, die verloren gegangenen puzzleteile zu ergänzen.

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