die installation mein zimmer im raum von marianne lang thematisiert den umgang mit wahrnehmungsgewohnheiten des raums in den eigenen vier wänden. ausgehend von architektonischen innenansichten ihrer persönlichen wohnung kreiert die künstlerin durch das wechselspiel von analyse und synthese ein künstliches modell. die darin auftauchenden räumlichkeiten präsentieren sich jedoch losgelöst von ihren ursprünglichen funktionen und bilden ein konglomerat aus scheinbar unzusammenhängenden nischen, kammern, aufgängen, fluchtungen, sowie eigentümliche wand-, boden- und decken-konstruktionen. es handelt sich hierbei nicht um den unorthodoxen entwurf eines architekten, sondern vielmehr stellt die arbeit eine poetische und prozesshafte auseinandersetzung mit realität und virtualität dar. das modell zeigt sich nur im inneren von seiner "besten seite": leere, saubere räume mit fein ausgeführten oberflächentexturen, statischen elementen, stilzitaten und durchchoreographierter lichtführung. von außen sieht der betrachter die pragmatische seite: spuren von heißkleber, filigrane sperrholzplatten, ungenau verklebte wandverbindungen aus billigem karton und klebeband. diese indizien zeugen von rigorosen und kompromisslosen umbauarbeiten, die das gesamte werk als produkt eines langen prozesses erkennbar machen, und gleichzeitig völlig ungeniert die kulissenhaftigkeit der anlage offenbaren. parallel zu dem modell projiziert die künstlerin eine diaserie, die über den gesamten bauverlauf die einzelnen stadien aus der sicht eines virtuellen bewohners im inneren dokumentiert. schon nach kurzer zeit muss der ausstellungsbesucher feststellen, dass es sich bei den gezeigten, nahezu realistisch anmutenden raumkonstruktionen eben nicht um ein konstantes gefüge handelt, und dass auch das dazugehörige modell kaum mehr anhaltspunkte zur orientierung liefert. bauteile erscheinen und verschwinden wieder, decken und dachschrägen werden zu böden oder wänden umfunktioniert, treppen und fenster verlieren sich im raum, um sich anderorts wieder zu manifestieren. die wirklichkeit, so wie wir sie definieren, wird auf den kopf gestell., die wahrnehmung fällt einer permutierenden raumattrappe zum opfer. es entsteht ein subtiles wie intelligentes spiel zwischen realität und imagination, bei dem die buchstäblich oberflächliche betrachtungsweise unseres lebensumfeldes hinterfragt wird.

marianne lang
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a room of one´s own / zeichnung / modell / dia show / 2009

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

mein zimmer im raum / slide show / 80 pieces / 2009

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

exhibition view: stadtmuseum / graz / 2009

 

meine festung / drawing on paper / 280x200cm / 2009

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

der raum passt nicht / drawing / 200x140cm / 2009

 

 

 

 

 

 

 

 

around the corner / drawings / 100x70cm / 2009

 

 

bodenlos / drawing / 200x140cm / 2009