illuminated
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marianne lang
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illuminated / zeichnung / brandgravur / papier / 19x25cm / 2015

nicht selten jongliert marianne lang in ihren arbeiten mit widersprüchen und trugschlüssen. und sie tut dies sehr bewusst und versiert. scheinbar einfach gestricktes entpuppt sich bei näherer betrachtung nicht selten als gordischer knoten, der den betrachter alles andere als unterfordert und ihn gerne in die Irre oder zumindest ins ungewisse führt.
als ausgangspunkt für die serie
illuminated dienen der künstlerin motten, welche metaphorisch ins (flammen-)licht fliegen und verbrennen. die ins papier (tatsächlich) eingebrannten zeichnungen zeigen die insekten einmal als konfus tänzelnd-taumelnde menge, geschart um einen lichtkegel; ein anderes mal präsentieren sie sich in reih und glied aufgespießt wie im schaukastensystem, gleich einer entomologischen studie.
im ersten fall verbirgt sich ein formales täuschungsmanöver: die dargestellten motten verdichten sich vom zentrum weg nach außen hin und erzeugen quasi wie in einem alternativen ende gerade durch ihr partielles fernbleiben eine lichtquelle in der bildmitte.


fall nr. 2 betrachtet ironisch die einzelrolle der unglücklichen Ttere, die nun als schauobjekte einer komplettierten sammlung im widerspruch zu ihrem (unwillkürlich assoziierten) unrühmlichen schicksal stehen.

illuminated
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naturalcover
natural cover

in ihrer arbeit natural cover befasst sich marianne lang häufig mit phänomenen des wucherns, des überwachsens und des umhüllens. aus beobachtungen heraus, die sie in den heimischen wäldern gemacht hat, entwickelt die künstlerin ein motiv, das sich an dem erscheinungsbild von flechten und moosen orientiert.
diese bewachsen großflächig bäume und spannen ein regelrechtes netz um deren stämme. bemerkenswert ist hierbei das parasitäre, oder besser gesagt das symbiotische verhältnis, das sich sowohl in der formalen als auch der technischen umsetzung des motivs wiederfinden lässt.
einerseits isoliert marianne lang die wuchernde form von ihrem untergrund, indem sie die rinde weglässt, andererseits stellt sie die flechten und moose als nach wie vor den stamm umspannendes und somit raum einnehmend netz dar. wie schon in vielen arbeiten zuvor gelingt es marianne lang somit ein "abformen" zu inszenieren, das sowohl gemeinte wie nicht gemeinte oberflächen sichtbar werden lässt. technisch ausgefertigt wird die zeichnung mit einer besonders poetischen methode, bei der keinerlei farbstoff das papier berührt, sondern die gewünschten stellen in kleinstarbeit aufgeraut werden. sukzessiv wird im entstehungsprozess die glatte papieroberfläche gezielt beschädig, von hervortretenden linien pilzartig befallen und irreversibel überwuchert.


marianne langs arbeit laube nimmt im formalen sinn einerseits bezug auf den gartenspalier, der als buchstäblicher platzhalter für den gestaltungswillen von menschen mit grünem daumen oder zumindest gärtnerischen ambitionen steht. zum anderen setzt die künstlerin die im baumarkt handelsüblichen materialien und holzmodule derart ein, sodass ein dreidimensionales gerüst entsteht, dessen kubatür die formen eines campinganhängers annimmt.
romantisch assoziiert man den ausgeträumten traum von mobilität und autarkie, der seine letze ruhestätte findet auf einem abstellplatz in der wiese hinterm haus als feuchter, vor sich hinrostender geräteschuppen.
augenscheinlich handelt es sich bei der arbeit um ein chimären-artiges gedankliches experiment, welches letztlich offen lässt, ob hier nun ein verschönerungsversuch eben eines solchen reliktes gemeint ist, oder die vorsätzliche erschaffung eines vortäuschenden trugbildes eines efeubewachsenen wohnwagens.
beide gedankenstränge bleiben unvollendete theorie und finden sich in form eines konstruierten gerüsts im white cube des ausstellungsraums wieder.
illuminated
illuminated
natural cover / zeichnung / ritzung / papier / 70x90cm / 2015
naturalcover
laube / skulptur/ holz / ca. 500x250x250cm / 2015
laube